Klebefallen für Ratten: Warum du sie meiden solltest

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Ist eine Klebefalle für Ratten erlaubt? In Deutschland gilt der Einsatz gegen Ratten und andere Wirbeltiere als tierschutzrechtlich unzulässig, weil das Tier stunden- bis tagelang leidet, bevor es stirbt. Dass Klebefallen im Handel oder online zu finden sind, ändert daran nichts. Für die Rattenbekämpfung gibt es Fallen, die sofort töten oder unversehrt fangen.

Kurz gesagt
  • Das Tierschutzgesetz verbietet Fangvorrichtungen, die Wirbeltieren vermeidbare Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Klebefallen erfüllen das nach überwiegender Auffassung von Behörden und Tierschutzorganisationen.
  • Die Ratte klebt fest, gerät in Panik, verletzt sich und stirbt oft erst nach langer Zeit an Erschöpfung, Durst oder Ersticken.
  • Klebefallen fangen außerdem Vögel, Igel, Eidechsen und Haustiere.
  • Alternativen: Schlagfalle in Köderstation, elektrische Falle oder Lebendfalle mit Kontrolle zweimal täglich.

Was eine Klebefalle mit einer Ratte macht

Eine Klebefalle ist eine Platte oder ein Brett mit einer dicken Schicht Spezialleim. Läuft eine Ratte darüber, bleiben Pfoten und Fell haften. Das Tier versucht sich loszureißen und klebt dabei mit weiteren Körperteilen fest. Typische Folgen sind ausgerissenes Fell, gebrochene Gliedmaßen und Selbstverletzungen durch Abnagen. Klebt die Schnauze fest, kann die Ratte ersticken. Andernfalls stirbt sie oft erst nach ein bis mehreren Tagen. Für Ratten, die als intelligente, schmerzempfindliche Säugetiere gelten, ist das ein extremer Stresszustand.

Klebefalle bei Ratten: Ist das erlaubt?

Das Tierschutzgesetz erlaubt das Töten von Wirbeltieren nur mit vernünftigem Grund und ohne vermeidbare Schmerzen. Außerdem verbietet es ausdrücklich, zum Fangen oder Fernhalten von Wirbeltieren Vorrichtungen einzusetzen, wenn damit die Gefahr vermeidbarer Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden ist. Da es mit Schlagfallen und anderen Methoden Alternativen gibt, sind die Leiden durch eine Klebefalle vermeidbar.

Deshalb sehen Veterinärämter und Tierschutzorganisationen den Einsatz gegen Ratten und Mäuse als unzulässig an. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden. Der Verkauf ist dagegen nicht pauschal verboten, weil Klebefallen auch gegen Insekten eingesetzt werden. Ein Produkt im Regal heißt also nicht, dass du es gegen Ratten verwenden darfst.

Warum Klebefallen auch praktisch schlecht sind

ProblemFolge
BeifangVögel, Igel, Fledermäuse, Eidechsen und Katzen bleiben kleben
ErregerkontaktGestresste Ratten setzen Kot und Urin ab, du musst ein lebendes, verletztes Tier entsorgen
LerneffektAndere Ratten der Kolonie meiden den Bereich, wenn sie Schreie und Stressgerüche wahrnehmen
Starke Tiere entkommenAusgewachsene Wanderratten reißen sich teilweise mit der Platte los und verenden versteckt
Staub und KälteDer Leim verliert seine Wirkung in staubigen Kellern und bei Kälte

Gilt das auch für Mäuse und im Gewerbe?

Ja. Mäuse sind ebenfalls Wirbeltiere, für sie gelten dieselben Grundsätze. Auch Gastronomie, Lebensmittelbetriebe und Landwirtschaft unterliegen dem Tierschutzgesetz. Sie müssen zusätzlich oft ein dokumentiertes Schädlingsmonitoring nachweisen. Klebeplatten setzen seriöse Betriebe dort nur gegen Insekten ein, etwa zum Monitoring von Schaben, nicht als Fangmittel für Nager.

Was du stattdessen nimmst

Eine Schlagfalle aus Kunststoff ist im Handel weit verbreitet, zum Beispiel unter Kunststoff-Schlagfallen für Ratten*. Wie du sie richtig platzierst, steht unter Rattenfalle aufstellen.

Du hast eine Ratte auf einer Klebefalle gefunden

Das passiert, wenn jemand anderes eine Klebefalle ausgelegt hat oder du sie in Unkenntnis gekauft hast. Versuche nicht, das Tier selbst abzulösen oder zu töten. Dabei kann es dich beißen, und unsachgemäße Versuche verlängern das Leiden.

  1. Abstand halten. Kinder und Haustiere aus dem Raum bringen.
  2. Fachhilfe rufen. Ein Schädlingsbekämpfer, ein Tierarzt oder das örtliche Tierheim können das Tier fachgerecht erlösen.
  3. Weitere Fallen entfernen. Alle anderen Klebefallen einsammeln und mit Handschuhen im Restmüll entsorgen.
  4. Reinigen. Fundstelle mit Einweghandschuhen befeuchten, reinigen und desinfizieren, Hände gründlich waschen.

Häufige Fragen

Sind Klebefallen in Deutschland verboten?

Der Verkauf ist nicht generell verboten, weil sie auch gegen Insekten genutzt werden. Der Einsatz gegen Ratten und andere Wirbeltiere gilt aber nach dem Tierschutzgesetz als unzulässig, weil er vermeidbare Leiden verursacht.

Dürfen Schädlingsbekämpfer Klebefallen gegen Ratten verwenden?

Auch für Profis gilt das Tierschutzgesetz. Seriöse Betriebe setzen Klebefallen gegen Ratten nicht ein, sondern nutzen Schlagfallen, Köderstationen und Monitoringsysteme.

Wie lange lebt eine Ratte auf einer Klebefalle?

Das ist sehr unterschiedlich und kann von Stunden bis zu mehreren Tagen reichen. Genau diese lange Leidenszeit ist der Grund, warum Klebefallen für Ratten nicht tierschutzgerecht sind.

Was kann ich tun, wenn mein Nachbar Klebefallen nutzt?

Sprich ihn zuerst darauf an und verweise auf tierschutzgerechte Alternativen. Hilft das nicht, kannst du dich an das Veterinäramt wenden. Hinweise zum Umgang mit Befall nebenan findest du unter Ratten beim Nachbarn.