Ratten verstehen: Lebensweise und Verhalten

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Wer Ratten verstehen will, muss wissen, wie sie leben: in Gruppen, mit festen Wegen, großer Vorsicht gegenüber Neuem und enormer Vermehrungsrate. Genau diese Eigenschaften erklären, warum manche Fallen nie fangen und andere schon in der ersten Nacht.

Kurz gesagt

In Deutschland lebt fast überall die Wanderratte. Sie ist nachtaktiv, gräbt Baue, schwimmt und klettert gut, frisst fast alles und meidet unbekannte Gegenstände. Ein Weibchen kann mehrere Würfe pro Jahr mit jeweils etwa sechs bis zwölf Jungen bekommen, deshalb wächst ein Befall schnell.

Wanderratte und Hausratte

Die Wanderratte (Rattus norvegicus) ist kräftig, hat eine stumpfe Schnauze, kleine Ohren und einen Schwanz, der kürzer ist als der Körper. Sie lebt bodennah: in Kellern, Kanälen, Gärten, Ställen. Die Hausratte (Rattus rattus) ist schlanker, hat größere Ohren und einen längeren Schwanz und klettert lieber, etwa auf Dachböden. In Deutschland ist sie selten geworden. Wie du beide unterscheidest, steht unter Wanderratte oder Hausratte.

Verhalten, das du für den Fang kennen musst

Mehr dazu unter Verhalten.

Vermehrung: Warum schnelles Handeln zählt

MerkmalWanderratte (Richtwerte)
Geschlechtsreifeab etwa 2–3 Monaten
Tragzeitetwa 3 Wochen
Wurfgrößeetwa 6–12 Junge
Würfe pro Jahrmehrere, je nach Nahrung und Klima
Lebenserwartung in freier Naturmeist unter einem Jahr bis etwa zwei Jahre

Aus einem Paar kann so innerhalb eines Jahres theoretisch eine große Population werden, praktisch begrenzt durch Futter, Platz und Feinde. Details unter Vermehrung.

Nahrung und Fähigkeiten

Ratten sind Allesfresser, bevorzugen aber Getreide, Samen, Nüsse, fett- und eiweißreiche Reste. Das macht Kompost, Vogelfutter und Tierfutter so attraktiv und Erdnussbutter zum guten Köder, siehe Was fressen Ratten?. Sie klettern an rauen Wänden und Fallrohren, springen und schwimmen gut und passen durch Öffnungen von gut 2 cm. Das ist entscheidend für die Abdichtung, siehe Klettern & Springen.

Gesundheitsrisiken

Ratten können Krankheitserreger wie Leptospiren und Salmonellen über Urin und Kot übertragen, auch Bisse können Infektionen auslösen. Deshalb gehören Handschuhe zu jedem Umgang mit Fallen, Kot und toten Tieren. Mehr unter Krankheiten durch Ratten und Rattenbiss.

Praktischer Nutzen all dessen: Der Bekämpfungsplan setzt genau bei Futter, Laufwegen und Zugängen an.

Alle Wissensartikel

Häufige Fragen

Wie alt werden Ratten?

Wildlebende Wanderratten werden meist nicht älter als ein bis zwei Jahre. In menschlicher Obhut leben Ratten oft zwei bis drei Jahre.

Wie schlau sind Ratten?

Sehr lernfähig. Sie merken sich Wege, erkennen Gefahren und lernen aus den Erfahrungen anderer. Darum scheitern Fallen ohne Vorbereitung oft.

Wie viele Ratten gibt es in Deutschland?

Verlässliche Zählungen gibt es nicht. Häufig genannte Schätzungen sind nicht belegt. Sicher ist: Ratten leben überall, wo Menschen Nahrung und Unterschlupf bieten.