Ratten: Klettern, Springen, Schwimmen
Können Ratten klettern? Ja, und zwar sehr gut: Sie klettern an rauen Hauswänden, Fallrohren, Kabeln und Bäumen, springen aus dem Stand grob einen halben bis einen Meter hoch und schwimmen problemlos durch Abwasserkanäle. Diese Fähigkeiten entscheiden darüber, welche Öffnungen du verschließen musst und wo deine Falle stehen sollte.
- Klettern: Raue Wände, Rohre, Kabel, Efeu und Bäume sind kein Hindernis. Die Hausratte klettert noch besser als die Wanderratte.
- Springen: Hoch etwa 60 bis 90 cm, weit grob bis zu 1 m. Stürze aus mehreren Metern überstehen Ratten oft unverletzt.
- Schwimmen: Wanderratten schwimmen ausdauernd, tauchen kurz und kommen über den Siphon bis in die Toilette.
- Durchschlüpfen: Junge Ratten passen durch Öffnungen von etwa 2 cm.
Können Ratten klettern? Was Wanderratte und Hausratte schaffen
Ratten haben scharfe Krallen, bewegliche Zehen und einen langen Schwanz, der beim Balancieren hilft. Damit halten sie sich an jeder Oberfläche fest, die etwas Struktur bietet: Putz, Ziegel, Holz, Baumrinde, Maschendraht. In senkrechten Rohren stemmen sie sich mit dem Rücken gegen eine Seite und mit den Füßen gegen die andere und klettern so nach oben.
| Fähigkeit | Wanderratte | Hausratte |
|---|---|---|
| Klettern an Wänden und Rohren | gut, bevorzugt aber den Boden | sehr gut, lebt gern oben |
| Balancieren auf Kabeln und Ästen | möglich | ausgezeichnet |
| Schwimmen und Tauchen | sehr gut, lebt oft in Kanälen | kann schwimmen, meidet Wasser eher |
| Typischer Aufenthalt | Keller, Kanalisation, Erdbau, Erdgeschoss | Dachboden, Zwischendecken, obere Etagen |
In Deutschland ist die Wanderratte deutlich häufiger. Die Hausratte kommt nur noch regional vor. Wie du beide unterscheidest, erfährst du im Bereich Wissen über Ratten.
Was Ratten nicht hochkommen
Glatte, harte Oberflächen sind schwierig: glatter Kunststoff, Metallblech, glasierte Fliesen und Glas. Ein Streifen glattes Blech von etwa 30 cm Höhe rund um einen Pfosten oder ein Fallrohr verhindert das Hochklettern. Kegelförmige Manschetten an Rohren und Pfählen wirken ähnlich.
Wie hoch und weit Ratten springen
Aus dem Stand erreichen erwachsene Wanderratten grob 60 bis 90 cm Höhe. Mit Anlauf oder von einer erhöhten Stelle aus springen sie bis etwa einen Meter weit. Nach unten sind sie noch robuster: Stürze aus mehreren Metern überstehen sie häufig ohne Verletzung.
- Wenn eine Mülltonne, ein Komposter oder Hühnerfutter niedriger als etwa einen Meter steht, dann erreicht eine Ratte sie im Sprung.
- Wenn Äste, Hecken oder Zäune näher als etwa einen Meter an Dach oder Fenster heranreichen, dann nutzen Ratten sie als Brücke.
- Wenn ein Vogelhaus auf einem Pfahl steht, dann braucht es eine glatte Manschette und genug Abstand zu allen Absprungstellen.
Schwimmen und Tauchen
Wanderratten sind hervorragende Schwimmer. Sie überqueren Gräben und Bäche, bewegen sich durch teilweise gefüllte Abwasserrohre und können je nach Quelle bis zu etwa zwei bis drei Minuten tauchen. Deshalb ist der Wassersiphon einer Toilette für sie kein sicheres Hindernis. Auch Wasserbecken und Teiche halten sie nicht ab, sie nutzen Uferböschungen gern für ihre Baue.
Diese Fähigkeit ist auch der Grund, warum Wassereimerfallen nicht nur tierschutzwidrig, sondern oft auch qualvoll lang sind: Die Ratte schwimmt bis zur völligen Erschöpfung. Für die Bekämpfung kommen nur sofort tötende Fallen oder Lebendfallen mit regelmäßiger Kontrolle infrage.
Was das für Abdichtung und Fallenstandort bedeutet
- Öffnungen ab etwa 2 cm verschließen. Junge Ratten passen durch Spalten in Daumenbreite. Verwende verzinkten Volierendraht mit höchstens 6 bis 10 mm Maschenweite, Blech oder Mörtel. Kunststoff, Bauschaum und Holz nagen Ratten durch.
- Auch oben suchen. Lüftungsöffnungen, Dachrinnen, Kabeldurchführungen und Spalten unter Dachziegeln sind typische Einstiege, besonders für Hausratten.
- Kletterhilfen entfernen. Efeu und Kletterpflanzen an Fassaden zurückschneiden, Äste mindestens einen Meter vom Dach fernhalten.
- Fallrohre sichern. Glatte Manschetten oder Gitter am Rohrende verhindern den Aufstieg.
- Abwasser schützen. Eine Rattensperre im Hausanschluss hält Kanalratten ab.
- Fallen an Laufwege stellen. Am Boden direkt an der Wand, bei Hausratten auch auf Balken, Regalen und Simsen. Fixiere die Falle dort, damit sie nicht herunterfällt.
Für den Fang eignet sich eine kräftige Schlagfalle in einer Köderstation. Wo und wie du sie platzierst, steht unter Rattenfalle aufstellen. Hinweise auf Kletterwege wie Schmierspuren an Rohren und Kanten helfen dir beim Finden des Standorts, siehe Rattenbefall erkennen.
Mehr über Bewegungsmuster und Gewohnheiten findest du unter Verhalten.
Häufige Fragen
Können Ratten senkrechte Wände hochklettern?
Ja, wenn die Wand rau ist, etwa bei Putz, Ziegeln oder Holz. An glatten Flächen wie Blech, Glas oder glattem Kunststoff finden sie dagegen kaum Halt.
Können Ratten in den ersten Stock gelangen?
Ja. Über Fallrohre, Kabel, Kletterpflanzen oder Äste erreichen sie auch höhere Etagen und Dachböden. Hausratten sind darin besonders geschickt.
Kann eine Ratte aus einem Eimer springen?
Aus einem normalen Haushaltseimer meist ja. Glattwandige Behälter müssen grob 60 cm oder höher sein, damit eine erwachsene Ratte nicht herauskommt.