Lebendfalle für Ratten richtig aufstellen
Eine Lebendfalle für Ratten stellst du direkt an einen aktiven Laufweg, parallel zur Wand, auf festen Untergrund und mit Köder hinter der Trittplatte. Damit das gefangene Tier nicht unnötig leidet, kontrollierst du die Falle mindestens zweimal täglich. Wer eine Lebendfalle aufstellen will, sollte vorher klären, was mit der gefangenen Ratte passiert.
- Standort: am Laufweg, Öffnung in Laufrichtung, Falle längs an der Wand.
- Vorködern: zwei bis vier Tage mit offener, blockierter Klappe.
- Köder: hinter die Trittplatte, nicht davor.
- Kontrolle: mindestens morgens und abends, im Sommer und Winter Schutz vor Hitze, Kälte und Regen.
- Vorher klären: Aussetzen von Wanderratten ist vielerorts unzulässig.
Vor dem Aufstellen: Was passiert mit der gefangenen Ratte?
Diese Frage solltest du beantworten, bevor die Falle steht. Wanderratten gelten als Gesundheitsschädlinge. In vielen Gemeinden ist es nicht erlaubt, sie an einem anderen Ort freizulassen, und auf fremden Grundstücken schon gar nicht. Außerdem findet eine ausgesetzte Ratte meist schnell zurück oder verlagert das Problem zum Nachbarn.
Realistische Optionen sind deshalb: Du übergibst das Tier einem Schädlingsbekämpfer, oder du klärst beim Ordnungsamt, was in deiner Gemeinde zulässig ist. Die Regeln unterscheiden sich zwischen Bundesländern und Kommunen. Mehr dazu liest du unter Ratten aussetzen und Ratte lebend gefangen: was jetzt?.
Den richtigen Standort finden
Ratten laufen an festen Wegen entlang, fast immer an Wänden, unter Regalen oder hinter Gegenständen. Die Falle muss genau dort stehen. Ein halber Meter daneben reicht oft schon, damit sie ignoriert wird.
Diese Spuren zeigen dir den Laufweg:
- frischer Kot, 1 bis 2 cm lang, dunkel und feucht glänzend
- dunkle Schmierspuren an Kanten und Durchgängen in etwa 5 bis 10 cm Höhe
- Nagespuren an Holz, Kunststoff oder Verpackungen
- ausgetretene Pfade im Gras oder unter Hecken
Stelle die Lebendfalle längs zur Wand, sodass die Öffnung in Laufrichtung zeigt. Bei Fallen mit zwei Eingängen stehen beide Öffnungen auf dem Weg. Der Untergrund muss fest und eben sein. Wackelt die Falle, scheut die Ratte zurück, und die Klappe schließt eventuell nicht sauber.
Lebendfalle aufstellen: Schritt für Schritt
- Handschuhe tragen. Arbeitshandschuhe oder Einweghandschuhe verhindern Geruch an der Falle und schützen dich vor Keimen.
- Falle prüfen. Klappe auslösen und schauen, ob sie vollständig schließt und einrastet. Ein Spalt von wenigen Zentimetern reicht einer Ratte zum Entkommen.
- Vorködern. Die Klappe mit einem Draht oder Klebeband offen fixieren und Köder hineinlegen. Zwei bis vier Tage stehen lassen, bis der Köder regelmäßig verschwindet.
- Köder richtig platzieren. Köder hinter die Trittplatte legen, damit die Ratte ganz hineinlaufen muss. Eine kleine Spur aus zwei, drei Krümeln zum Eingang hilft beim ersten Betreten.
- Scharf stellen. Fixierung lösen, Auslöser einstellen, Falle wieder exakt an dieselbe Stelle stellen.
- Abdecken. Ein Brett, Karton oder Tuch über der Falle gibt Deckung, schützt das Tier vor Regen und Sonne und beruhigt es nach dem Fang.
- Kontrollzeiten festlegen. Mindestens morgens und abends nachsehen, im Hochsommer zusätzlich mittags.
Welche Bauart sich für deinen Standort eignet, vergleichen wir im Artikel Drahtkäfig oder Kastenfalle.
Köder, die in der Lebendfalle funktionieren
In der Lebendfalle wirken Köder, die stark riechen und nicht in einem Bissen weg sind. Bewährt haben sich Erdnussbutter, Nüsse, Speck, Haferflocken mit etwas Öl oder Trockenobst. Ein Stück Apfel oder Gurke versorgt eine gefangene Ratte zusätzlich mit Flüssigkeit, bis du kommst.
Wechsle den Köder, wenn er nach drei Tagen unberührt bleibt. Im Umfeld von Komposthaufen oder Hühnerställen hat die Ratte reichlich Futter und lässt sich eher mit Protein oder Nistmaterial locken. Eine ausführliche Übersicht gibt es unter Köder für Lebendfallen.
Wenn die Falle nicht fängt
| Problem | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Köder bleibt liegen | Falle steht nicht am Laufweg oder ist zu neu | Näher an Spuren stellen, länger vorködern |
| Köder weg, Falle leer | Auslöser zu schwergängig oder Köder vor der Trittplatte | Auslöser feiner einstellen, Köder weiter nach hinten |
| Klappe zu, Falle leer | Falle wackelt oder Wind und Erschütterung | Auf festen Grund stellen, mit Stein beschweren |
| Ratte ist entkommen | Klappe rastet nicht ein oder Gitter zu weit | Mechanik prüfen, Falle mit enger Maschenweite wählen |
| Ständig Beifang | Standort für andere Tiere attraktiv | Falle näher an Gebäude, Köder ohne Obst, Kontrollen erhöhen |
Kontrolle und Hygiene nach dem Fang
Ein gefangenes Tier steht unter starkem Stress. Decke die Falle sofort mit einem Tuch ab, trage sie am Griff und halte Finger vom Gitter fern, denn Ratten beißen durch die Maschen. Trage dabei feste Handschuhe.
Nach jedem Fang reinigst du die Falle mit heißem Wasser und Spülmittel und desinfizierst sie anschließend. Kot und Urin in der Falle nicht trocken ausfegen oder ausklopfen, sondern zuerst befeuchten, dann mit Küchenpapier aufnehmen. Danach Hände gründlich waschen.
Fängst du innerhalb von ein bis zwei Wochen mehrere Ratten, ist der Befall größer. Dann reicht eine einzelne Lebendfalle nicht, und ein Gesamtkonzept aus Fallen, Abdichten und Futterentzug ist nötig. Grundlagen zu Fallentypen findest du auf der Übersichtsseite Lebendfalle.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis eine Ratte in die Lebendfalle geht?
Mit Vorködern dauert es oft drei bis sieben Tage. Ratten meiden neue Gegenstände zunächst. Steht die Falle schon einige Tage offen am Laufweg, wird sie meist in den ersten ein bis zwei Nächten nach dem Scharfstellen betreten.
Darf ich eine gefangene Ratte im Wald freilassen?
Das ist in vielen Gemeinden nicht erlaubt, weil Wanderratten als Gesundheitsschädlinge gelten. Zudem verlagerst du das Problem nur. Frag beim Ordnungsamt nach, welche Regeln bei dir gelten, oder übergib das Tier einem Schädlingsbekämpfer.
Wie oft muss ich eine Lebendfalle kontrollieren?
Mindestens zweimal täglich, idealerweise morgens und abends. Bei Hitze, Frost oder Regen kann ein gefangenes Tier sonst schnell leiden. Kannst du das nicht leisten, ist eine sofort tötende Falle die tierschutzgerechtere Wahl.