Rattenfalle selber bauen: Möglichkeiten und Grenzen
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Eine Rattenfalle selber bauen ist möglich, aber nur in einer Form wirklich sinnvoll: als stabile Lebendfalle mit Falltür oder als Schutzkasten für eine gekaufte Schlagfalle. Selbstgebaute Tötungsfallen, Wippen über Wassereimern und Klebebretter sind tierschutzrechtlich problematisch und fallen deshalb weg.
- Keine selbstgebauten Schlag- oder Ertränkungsfallen: Du kannst nicht sicherstellen, dass die Ratte sofort und ohne vermeidbare Schmerzen stirbt.
- Machbar ist eine Kastenfalle aus Holz und verzinktem Drahtgitter, etwa 45 × 15 × 15 cm, mit Falltür und Auslösewippe.
- Eine Lebendfalle musst du mindestens zweimal täglich kontrollieren.
- Den größten Nutzen bringt ein selbstgebauter Fallentunnel für eine fertige Rattenschlagfalle.
Warum viele Bauanleitungen keine gute Idee sind
Im Netz kursieren Anleitungen für Eimer mit Wippe, Flaschenfallen und Bretter mit Leim. Alle drei haben dasselbe Problem: Das Tier stirbt langsam oder sitzt stundenlang in Panik fest. Nach dem Tierschutzgesetz darfst du ein Wirbeltier nur mit vernünftigem Grund und ohne vermeidbare Schmerzen töten. Ertränken in einer Eimerfalle und Klebefallen erfüllen das nicht.
Auch selbstgebaute Schlagfallen mit Gummibändern, Mausefallenfedern oder Ziegelsteinen sind keine Alternative. Die Schlagkraft ist nicht reproduzierbar, die Ratte wird oft nur eingeklemmt. Eine industriell gefertigte Schlagfalle für Ratten kostet wenig und ist auf die Körpergröße einer Wanderratte abgestimmt.
Was du sinnvoll selber bauen kannst
| Bauweise | Bewertung | Grund |
|---|---|---|
| Kastenfalle mit Falltür (Lebendfalle) | Sinnvoll | Tier bleibt unverletzt, Kontrolle zweimal täglich nötig |
| Fallentunnel für gekaufte Schlagfalle | Sehr sinnvoll | Schützt Haustiere und Vögel, Ratten mögen Deckung |
| Eimer mit Wippe und Wasser | Nicht vertretbar | Ertränken ist nicht tierschutzgerecht |
| Klebebrett, Leimfalle | Nicht vertretbar | Langes Leiden, Gefahr für Beifang |
| Eigenbau-Schlagfalle | Nicht empfehlenswert | Schlagkraft unsicher, Verletzungsgefahr für dich |
Lebendfalle selber bauen: Material und Maße
Eine Wanderratte misst ohne Schwanz etwa 20 bis 27 cm. Damit sie sich vollständig in der Falle befindet, bevor die Tür zufällt, sollte der Kasten innen mindestens 40 bis 50 cm lang sein. Ein Querschnitt von etwa 15 × 15 cm reicht.
- Rahmen: unbehandeltes Holz, 12 bis 18 mm stark, oder ein Rahmen aus Vierkantleisten.
- Gitter: verzinkter Volierendraht mit höchstens 12 mm Maschenweite und mindestens 1 mm Drahtstärke. Dünneres Gitter nagen Ratten in einer Nacht auf.
- Falltür: Blech oder dicke Sperrholzplatte, die in zwei Führungsleisten senkrecht fällt.
- Sperre: eine Riegelleiste oder Drahtklinke, damit die Ratte die Tür nicht von innen hochdrücken kann.
- Auslöser: Trittwippe im hinteren Drittel, über einen Draht mit dem Haltestift der Tür verbunden.
Für das Gitter eignet sich zum Beispiel verzinkter Volierendraht mit 12 mm Masche*. Behandle Holz nicht mit Lack oder Lasur, denn der Geruch schreckt Ratten ab.
Bauanleitung in sechs Schritten
- Boden und Seiten zuschneiden. Boden 50 × 15 cm, zwei Seitenwände 50 × 15 cm. Eine Seite kannst du aus Gitter fertigen, damit du hineinsehen kannst.
- Rückwand schließen. Eine feste Rückwand aus Gitter lässt Licht und Geruch des Köders durch, was die Falle für Ratten offener wirken lässt.
- Türführung montieren. Zwei Leisten mit Nut an der Öffnung, sodass die Tür ohne zu klemmen fällt. Teste das 20-mal mit der Hand.
- Wippe einbauen. Ein Brett von etwa 15 × 12 cm auf einem Drehpunkt im hinteren Drittel. Drückt die Ratte darauf, zieht ein Draht den Haltestift der Tür heraus.
- Verriegelung prüfen. Die geschlossene Tür darf sich auch mit kräftigem Druck von innen nicht anheben lassen.
- Kanten entgraten. Abstehende Drahtenden umbiegen oder abfeilen, damit sich das Tier nicht verletzt.
Aufstellen, kontrollieren, was dann?
Stelle die Falle längs an eine Wand, direkt auf einen Laufweg mit Kot oder Schmierspuren. Lass sie zwei bis drei Tage mit festgestellter, offener Tür und Köder stehen, damit die Ratte sich an das neue Objekt gewöhnt. Wie du Standorte findest, steht unter Rattenfalle aufstellen. Gute Köder sind Erdnussbutter, Haferflocken oder Nüsse, mehr dazu unter Köder für Rattenfallen.
Ist die Falle scharf, kontrollierst du sie mindestens morgens und abends. Das schwierigste Thema kommt nach dem Fang: Eine Wanderratte gilt als Gesundheitsschädling. Sie einfach woanders auszusetzen, ist in vielen Gemeinden problematisch und verlagert das Problem meist nur. Kläre vorher mit dem Ordnungsamt oder einem Schädlingsbekämpfer, wie du mit gefangenen Tieren umgehen sollst. Mehr zur Praxis findest du unter Lebendfalle für Ratten.
Wann sich Kaufen mehr lohnt als Bauen
Wenn du nur eine Falle brauchst, ist der Eigenbau selten günstiger: Holz, Gitter, Scharniere und Schrauben kosten zusammen oft mehr als eine fertige Drahtgitter-Lebendfalle. Lohnend wird das Selbermachen vor allem beim Fallentunnel, also einem Holzkasten mit zwei Öffnungen von etwa 7 × 7 cm, in den du eine gekaufte Schlagfalle stellst. So schützt du Katzen, Hunde und Igel. Eine Übersicht fertiger Modelle findest du im Rattenfallen-Vergleich.
Bei mehr als zwei bis drei Ratten oder Befall in Wohnräumen reicht eine einzelne Eigenbau-Falle ohnehin nicht. Dann brauchst du mehrere Fallen gleichzeitig oder einen Schädlingsbekämpfer.
Häufige Fragen
Ist eine selbstgebaute Rattenfalle erlaubt?
Eine selbstgebaute Lebendfalle ist grundsätzlich erlaubt, wenn sie das Tier nicht verletzt und du sie mindestens zweimal täglich kontrollierst. Eigenbauten, die Ratten ertränken, festkleben oder nur einklemmen, verstoßen gegen den Tierschutz. Regeln können je nach Gemeinde abweichen.
Funktioniert die Eimerfalle mit Wippe gegen Ratten?
Sie fängt Tiere, aber durch Ertränken. Das ist nicht tierschutzgerecht und wird deshalb hier nicht empfohlen. Eine passende Schlagfalle oder eine Lebendfalle ist die bessere Wahl.
Welche Maschenweite brauche ich für eine Rattenfalle aus Draht?
Höchstens 12 mm, bei jungen Ratten eher 10 mm. Das Gitter sollte verzinkt sein und eine Drahtstärke von mindestens 1 mm haben, sonst nagen die Tiere es durch.
Kann ich eine Mausefalle zur Rattenfalle umbauen?
Nein. Mausefallen sind zu klein und zu schwach, die Ratte wird meist nur verletzt. Verwende eine ausdrücklich für Ratten ausgewiesene Falle.