Rattensperre im Abwasserrohr

Aktualisiert am von der Redaktion. So arbeiten wir

Eine Rattensperre im Abwasser ist eine Klappe oder ein Lamellenverschluss im Grundleitungsrohr, der Wasser abfließen lässt, aber Ratten aus der Kanalisation den Weg ins Haus versperrt. Sie ist sinnvoll, wenn Ratten über Toilette, Bodenablauf oder einen defekten Hausanschluss eindringen. Einbau und Auswahl gehören in die Hände eines Sanitär- oder Kanalfachbetriebs.

Kurz gesagt
  • Eine Rattensperre lässt Abwasser in Fließrichtung durch und hält Ratten aus dem Kanal draußen.
  • Sie wird meist in die Grundleitung oder einen Revisionsschacht eingesetzt, je nach Modell auch nachträglich ohne Aufstemmen.
  • Eine Rückstauklappe schützt vor rückfließendem Abwasser und bremst Ratten oft ebenfalls, ist aber nicht in jedem Fall als Rattenschutz ausgelegt.
  • Lass Einbau und Wartung von einem Fachbetrieb erledigen und kläre vorher, ob Normen oder Satzungen deiner Gemeinde etwas vorgeben.

Wie Ratten über das Abwasser ins Haus kommen

Wanderratten leben in vielen Städten auch in der Kanalisation. Sie schwimmen gut, tauchen und klettern in Rohren ab etwa 7 bis 10 cm Durchmesser aufwärts. Durch einen Riss, eine verschobene Muffe oder einen offenen Anschluss gelangen sie in die Grundleitung des Hauses. Von dort führen Wege über den Bodenablauf im Keller, über Revisionsöffnungen oder im Extremfall über das WC nach oben. Wenn du Ratten im Keller hast und keinen anderen Zugang findest, ist das Abwasser ein naheliegender Verdacht. Mehr dazu unter Ratten im Keller und Ratten in der Toilette.

Rattensperre und Rückstauklappe im Vergleich

MerkmalRattensperreRückstauverschluss
HauptzweckRatten aus dem Kanal fernhaltenRückfließendes Abwasser bei Starkregen stoppen
FunktionsprinzipKlappe oder Lamellen aus Edelstahl oder Kunststoff, die nur in Fließrichtung öffnenKlappe schließt bei Rückstau, teils mit Notverschluss
Wirkung gegen RattenGezielt dafür ausgelegtJe nach Bauart teilweise, nicht immer zuverlässig
EinbauortGrundleitung, Revisionsschacht, teils direkt im RohrVor tiefliegenden Abläufen, nach Vorgaben der Entwässerungsplanung
WartungRegelmäßige Sichtprüfung und ReinigungRegelmäßige Wartung nach Herstellerangabe vorgeschrieben

Es gibt auch Kombigeräte, die Rückstauschutz und Rattensperre verbinden. Welche Lösung bei dir passt, hängt von Rohrdurchmesser, Gefälle, Zugänglichkeit und den örtlichen Vorgaben ab. Das kann nur ein Fachbetrieb vor Ort beurteilen.

Wann eine Rattensperre sinnvoll ist

Eine Rattensperre ersetzt keine Reparatur. Ist die Leitung gebrochen, kommen Ratten über das Erdreich an der Sperre vorbei. Deshalb steht am Anfang meist eine Inspektion mit Kanalkamera.

So läuft der Einbau ab

  1. Befund klären. Ein Kanal- oder Sanitärbetrieb untersucht die Grundleitung mit einer Kamera und sucht Schäden und Zugänge.
  2. Einbauort festlegen. Idealerweise ein Revisionsschacht oder eine Reinigungsöffnung, damit die Sperre später kontrolliert werden kann.
  3. Modell wählen. Der Betrieb wählt eine Sperre passend zu Rohrdurchmesser und Material, häufig sind es DN 100 bis DN 150.
  4. Einsetzen. Je nach System wird die Sperre in ein Rohrstück, in den Schacht oder per Spannsystem direkt ins bestehende Rohr eingesetzt.
  5. Wartung vereinbaren. Regelmäßige Kontrolle auf Verstopfungen und Funktion, bei Rückstauverschlüssen nach den Vorgaben des Herstellers.

Was du selbst tun kannst

Bis die Sperre eingebaut ist, kannst du die Zugänge im Haus sichern. Bodenabläufe mit einem verschraubten Deckel oder Gitter versehen, Revisionsdeckel auf festen Sitz prüfen, WC-Deckel geschlossen halten. Im Keller fängst du Ratten, die schon drin sind, mit Rattenfallen am Laufweg. Eine Kunststoff-Schlagfalle in einer Köderstation ist dafür meist die einfachste Lösung. Mehr zu baulichen Maßnahmen findest du unter Ratten aussperren.

Kosten und Zuständigkeit

Die Kosten hängen stark davon ab, ob ein Schacht vorhanden ist, ob Rohre geöffnet werden müssen und ob vorab eine Kamerauntersuchung nötig ist. Hol dir dafür ein schriftliches Angebot. Für die Grundleitung auf dem eigenen Grundstück ist in der Regel der Eigentümer zuständig, für den öffentlichen Kanal der Abwasserbetrieb der Gemeinde. Sind Ratten in der öffentlichen Kanalisation auffällig, kannst du das beim Ordnungsamt oder dem zuständigen Abwasserbetrieb melden. Mieter wenden sich an den Vermieter. Wann ein Schädlingsbekämpfer zusätzlich nötig ist, erklärt Kammerjäger für Ratten. Den Gesamtüberblick bietet Ratten bekämpfen.

Häufige Fragen

Hält eine Rückstauklappe Ratten ab?

Teilweise. Eine Rückstauklappe ist für Abwasser gebaut, nicht primär gegen Ratten. Manche Modelle bremsen Ratten zuverlässig, andere lassen sich von kräftigen Tieren aufdrücken. Für gezielten Schutz gibt es Rattensperren oder Kombigeräte.

Kann ich eine Rattensperre selbst einbauen?

Einfache Einsätze werden teilweise für Laien angeboten. Da falscher Einbau Rückstau und Verstopfungen verursachen kann, ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl.

Wer zahlt die Rattensperre?

Für Leitungen auf dem eigenen Grundstück ist in der Regel der Eigentümer zuständig. Als Mieter informierst du den Vermieter. Örtliche Regelungen können abweichen.

Kommen Ratten wirklich durch die Toilette?

Das ist selten, aber möglich, wenn die Grundleitung beschädigt ist und Ratten in der Kanalisation leben. Eine Rattensperre in der Grundleitung schützt dann alle Abläufe im Haus.