Ultraschall gegen Ratten: Was dran ist

Aktualisiert am von der Redaktion. So arbeiten wir

Ultraschall gegen Ratten wirkt nach dem Stand der Forschung höchstens kurzfristig. Ratten hören hohe Frequenzen zwar sehr gut, gewöhnen sich aber meist innerhalb weniger Tage an den Ton. Gegen einen bestehenden Befall ersetzt ein Ultraschallgerät weder Fallen noch das Abdichten von Zugängen.

Kurz gesagt

Ultraschallgeräte können Ratten anfangs irritieren, eine dauerhafte Vertreibung ist wissenschaftlich nicht belegt. Der Schall wird von Wänden, Möbeln und Vorräten geschluckt und reicht nicht in Hohlräume. Futter und Unterschlupf wiegen für Ratten schwerer als ein Störgeräusch. Wenn du Ratten im Haus hast, investiere zuerst in Fallen, Abdichtung und Hygiene.

Wie Ultraschallgeräte funktionieren sollen

Die Geräte senden Töne im Bereich von etwa 20 bis 65 kHz aus. Menschen hören ab rund 16 bis 20 kHz nichts mehr, Ratten dagegen bis in den Bereich von etwa 70 bis 90 kHz. Die Idee: Ein für Menschen unhörbares, für Ratten unangenehmes Geräusch soll sie vertreiben. Viele Modelle wechseln die Frequenz, um Gewöhnung zu verhindern. Manche kombinieren den Ton mit Blitzlicht oder elektromagnetischen Impulsen über die Hausleitung.

Was die Forschung zu Ultraschall gegen Ratten sagt

Untersuchungen an Universitäten und Behörden kommen seit Jahrzehnten zu einem ähnlichen Ergebnis: In den ersten Tagen meiden Ratten teilweise den beschallten Bereich. Danach kehren sie zurück, vor allem wenn dort Futter liegt. Die US-Handelsbehörde FTC hat Herstellern in der Vergangenheit untersagt, unbelegte Wirkversprechen zu machen. Auch Schädlingsbekämpfer setzen Ultraschall in der Regel nicht als Hauptmaßnahme ein.

Gründe für die schwache Wirkung sind physikalisch gut erklärbar:

Woran du unseriöse Werbeversprechen erkennst

Viele Geräte werden mit großen Reichweiten und Garantien beworben. Prüfe die Angaben kritisch, bevor du Geld ausgibst:

Ultraschall, Falle, Abdichtung im Vergleich

MaßnahmeWirkung auf bestehenden BefallDauerhaft?Aufwand
Ultraschallgerätgering, wenn überhaupt kurzfristigneingering
Schlagfalle in Köderstationhoch bei richtiger Platzierungbis zum Ende des Befallsmittel, tägliche Kontrolle
Zugänge abdichtenverhindert Neubefalljaeinmalig mittel bis hoch
Futterquellen entfernensenkt Attraktivität deutlichja, wenn konsequentgering
Schädlingsbekämpferhochmit Nachkontrollegering für dich, Kosten

Wenn du dich zwischen Methoden entscheiden willst, findest du einen Überblick unter Ratten bekämpfen. Für Fallen ist der Vergleich der Rattenfallen der beste Einstieg.

Wann ein Ultraschallgerät überhaupt Sinn ergibt

Was stattdessen wirkt

  1. Befall einschätzen. Kot, Laufspuren, Löcher und Geräusche zeigen, wo und wie viele Ratten aktiv sind.
  2. Futter entziehen. Mülltonnen schließen, Tierfutter in Metallbehältern lagern, keine Essensreste auf den Kompost.
  3. Zugänge verschließen. Öffnungen ab etwa 2 cm mit Drahtgitter, Blech oder Mörtel verschließen. Hinweise unter Ratten aussperren.
  4. Fallen stellen. Mehrere Schlagfallen am Laufweg, in Köderstationen, wenn Haustiere oder Kinder Zugang haben. Vorködern und täglich kontrollieren.
  5. Fachbetrieb holen. Bei großem Befall oder Ratten in Wänden lohnt der Kammerjäger.

Auch andere sanfte Mittel wie Duftstoffe oder Pfefferminzöl wirken meist nur kurz. Eine Übersicht findest du unter Hausmittel gegen Ratten.

Häufige Fragen

Vertreibt Ultraschall Ratten dauerhaft?

Nein. Studien zeigen höchstens eine kurzfristige Meidung, danach gewöhnen sich die Tiere. Für eine dauerhafte Lösung musst du Futter, Unterschlupf und Zugänge beseitigen.

Hören Menschen Ultraschallgeräte?

Erwachsene meist nicht. Kinder und Jugendliche hören höhere Töne teilweise noch und empfinden manche Geräte als unangenehmes Pfeifen. Billige Geräte erzeugen außerdem oft hörbare Nebengeräusche.

Schadet Ultraschall Haustieren?

Hunde und Katzen gewöhnen sich meist daran. Kleine Nager wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster hören den Ton deutlich und können dauerhaft gestresst werden. In Haushalten mit solchen Tieren solltest du darauf verzichten.