Katze gegen Ratten: Was sie leisten kann
Eine Katze gegen Ratten hilft weniger, als viele hoffen. Manche Katzen fangen junge Ratten und ihre Anwesenheit kann Tiere vorsichtiger machen, eine ausgewachsene Wanderratte ist für die meisten Hauskatzen aber ein wehrhafter Gegner. Einen bestehenden Befall beseitigt eine Katze in der Regel nicht.
- Katzen jagen vor allem Mäuse und junge Ratten, ausgewachsene Wanderratten mit 200 bis 500 g meiden viele Katzen.
- Der Geruch einer Katze kann Ratten vorsichtiger machen, vertreibt sie aber meist nicht dauerhaft.
- Risiken für die Katze: Bisse, Infektionen, Parasiten und vergiftete Beute.
- Katze sinnvoll als Ergänzung zur Vorbeugung, nicht als Ersatz für Fallen und das Verschließen von Zugängen.
Fangen Katzen überhaupt Ratten?
Manche ja, viele nicht. Hauskatzen wiegen meist 3,5 bis 5 kg und sind auf kleine Beute wie Mäuse spezialisiert. Eine ausgewachsene Wanderratte ist dagegen kräftig, beißt bei Gefahr heftig und verteidigt sich. Katzen wägen dieses Risiko ab und greifen eher junge, unerfahrene Ratten an.
Hinzu kommt das Verhalten der Ratten: Sie sind vorwiegend nachts aktiv, laufen unter Deckung und meiden offene Flächen. Gerade dort, wo Ratten leben, etwa in Kanälen, unter Terrassen oder in Hohlräumen, kommt eine Katze gar nicht hin. Mehr über die Lebensweise der Tiere erfährst du unter Wissen über Ratten.
Was eine Katze gegen Ratten realistisch leisten kann
| Situation | Wirkung einer Katze | Besser zusätzlich |
|---|---|---|
| Einzelne Ratte im Garten | möglich, vor allem bei jungen Tieren | Futterquellen beseitigen, Schlagfalle in Station |
| Bewohnter Bau unter der Terrasse | gering, Katze kommt nicht hinein | Fallen an Laufwegen, Bau danach verschließen |
| Ratten im Keller oder in der Wand | kaum, Ratten nutzen Hohlräume | Zugänge verschließen, Fallen, ggf. Profi |
| Hof oder Stall mit Futtermitteln | kann Neuansiedlung bremsen | Futter sichern, Köderstationen |
| Großer Befall mit Sichtungen am Tag | praktisch keine | Schädlingsbekämpfer |
Am meisten bringt eine Katze dort, wo es noch keinen festen Bestand gibt. Ihr Geruch und ihre Streifzüge können Ratten vorsichtiger machen, eine Garantie ist das aber nicht. Ratten gewöhnen sich an eine Katze, die sie nicht ernsthaft bedroht.
Ein weiterer Punkt: Ratten vermehren sich schnell. Ein Weibchen kann mehrmals im Jahr Junge bekommen, oft sechs bis zwölf pro Wurf. Selbst eine Katze, die regelmäßig eine junge Ratte erwischt, hält damit nicht Schritt. Bringt deine Katze Ratten nach Hause, ist das deshalb eher ein Warnsignal für einen Bestand in der Nähe als ein Zeichen, dass das Problem gelöst ist. Dann lohnt es sich, gezielt nach Bauen, Kot und Laufwegen zu suchen.
Risiken für die Katze
- Bissverletzungen: Rattenbisse sind tief und entzünden sich leicht. Eine Wunde am Kopf oder an den Pfoten sollte die Tierarztpraxis anschauen.
- Krankheiten und Parasiten: Ratten können Erreger wie Leptospiren, Salmonellen, Würmer und Flöhe tragen. Regelmäßiges Entwurmen und ein aktueller Impfstatus nach Rücksprache mit der Tierarztpraxis sind sinnvoll.
- Sekundärvergiftung: Frisst die Katze eine vergiftete Ratte, kann sie selbst schwer erkranken. Blutungsneigung, Schwäche und blasse Schleimhäute sind Warnzeichen. Dann sofort zur Tierarztpraxis.
- Fallen: Offene Schlagfallen können Pfoten verletzen. Mit Freigängern gehört jede Falle in eine verschließbare Station.
Katze und Rattenfalle sicher kombinieren
Katze und Falle schließen sich nicht aus, wenn du ein paar Regeln befolgst:
- Station statt offener Falle. Setz jede Schlagfalle in eine verschlossene Köderstation mit einem Einlass von etwa 6 bis 7 cm. Die Falle steht mindestens 10 cm hinter dem Eingang.
- Station sichern. Am Boden fixieren oder beschweren, damit die Katze sie nicht umwerfen oder öffnen kann.
- Elektrisch als Alternative. Elektrische Fallen mit geschlossenem Gehäuse sind für Katzen meist unzugänglich.
- Lebendfallen kritisch prüfen. In größere Kastenfallen passen auch Katzen. Wenn du sie einsetzt, mindestens zweimal täglich kontrollieren.
- Standort wählen. Fallen an Laufwegen der Ratten, nicht am Futterplatz oder Schlafplatz der Katze.
Weitere Tipps zum Standort findest du unter Rattenfalle aufstellen.
Wirksamer als jede Katze: Vorbeugung
Ratten bleiben, wo sie Futter, Wasser und Deckung finden. Wer das abstellt, erreicht mehr als jeder Jäger. Kompost abdecken, Vogelfutter nur in Futtersäulen ohne Bodenreste anbieten, Katzenfutter nicht draußen stehen lassen und Mülltonnen schließen. Das Katzenfutter ist dabei ein häufig übersehener Punkt: Ein Napf auf der Terrasse lockt Ratten oft stärker an, als die Katze sie abschreckt. Mehr dazu unter Ratten vorbeugen, den Gesamtplan zeigt Ratten bekämpfen.
Häufige Fragen
Vertreibt Katzengeruch Ratten?
Ratten reagieren auf Katzengeruch mit Vorsicht, gewöhnen sich aber oft daran, wenn keine echte Gefahr folgt. Als dauerhafte Abwehr ist Katzengeruch nicht zuverlässig.
Welche Katzen jagen Ratten am ehesten?
Erfahrene, kräftige Freigänger, die schon früh Beute gemacht haben, jagen eher Ratten als reine Wohnungskatzen. Ob eine Katze Ratten angreift, ist aber individuell sehr verschieden.
Was tun, wenn meine Katze eine Ratte gefressen hat?
Beobachte sie in den nächsten Tagen auf Erbrechen, Durchfall, Schwäche oder Blutungen. Ist in der Umgebung Rattengift möglich, ruf vorsorglich deine Tierarztpraxis an.
Kann eine Katze von einer Ratte verletzt werden?
Ja. Rattenbisse sind tief und können sich entzünden. Lass Bisswunden von der Tierarztpraxis versorgen.