Ratten vorbeugen: So bleibt dein Grundstück frei

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Ratten vorbeugen heißt, ihnen drei Dinge zu nehmen: Futter, Unterschlupf und Zugang zum Gebäude. Fehlt eines davon, siedeln sich Ratten deutlich seltener an, fehlen alle drei, ist dein Grundstück für sie uninteressant. Die meisten Maßnahmen kosten wenig und lassen sich an einem Wochenende umsetzen.

Kurz gesagt

Lagere Lebensmittel, Tierfutter und Abfälle rattensicher, gib keine gekochten Essensreste in den Kompost und räume Futterreste von Haustieren und Vögeln über Nacht weg. Beseitige Verstecke wie Gerümpel, Holzstapel am Boden und dichte Bodendecker an der Hauswand. Verschließe Öffnungen ab etwa 2 cm mit Drahtgeflecht, Lochblech oder Mörtel und lass bei Kellern mit Abfluss eine Rückstausicherung prüfen.

Warum Vorbeugen besser wirkt als Bekämpfen

Ratten folgen dem Futter. Wo eine Gruppe dauerhaft Nahrung und Deckung findet, wächst sie schnell. Fallen beseitigen einzelne Tiere, aber solange die Ursache bleibt, rücken neue nach. Umgekehrt verlassen Ratten Grundstücke, auf denen sie nichts mehr finden, oft von selbst. Vorbeugung ist deshalb die Grundlage jeder erfolgreichen Bekämpfung, nicht nur eine Ergänzung. Mehr zur Bekämpfung bei akutem Befall findest du unter Ratten bekämpfen.

Ratten vorbeugen: Die Checkliste

BereichMaßnahmeWarum
MülltonnenDeckel immer geschlossen, keine Säcke neben der Tonne, beschädigte Tonnen tauschenRestmüll und Biotonne sind Hauptnahrungsquellen
KompostKeine gekochten Reste, kein Fleisch, Brot oder Milchprodukte, Drahtgeflecht unter dem KomposterVerhindert Futter und Nestbau von unten
TierfutterIn Metall- oder dicken Kunststoffbehältern mit Deckel lagern, Näpfe abends wegräumenSäcke werden in einer Nacht durchgenagt
VogelfütterungSilo mit Auffangschale, schalenfreies FutterKörner am Boden locken Ratten an
GartenFallobst täglich aufsammeln, Hochbeete unten mit Draht schützenWeniger Futter, weniger Nistplätze
VersteckeGerümpel räumen, Holz auf Paletten mit 30 cm Bodenabstand lagernRatten nisten unter Deckung
HauswandStreifen von etwa 50 cm ohne dichte BepflanzungLaufwege werden sichtbar, Ratten meiden offene Flächen
GebäudehülleÖffnungen ab etwa 2 cm verschließenJunge Ratten passen durch sehr kleine Lücken
KanalRückstauklappe mit Rattensperre prüfen lassenRatten können über Abwasserrohre ins Haus gelangen

Futterquellen abstellen

Der wichtigste Hebel ist das Futter. Ratten fressen fast alles, besonders energiereiche Abfälle. Prüfe deshalb dein Grundstück abends mit einer Taschenlampe: Was liegt herum, das ein Tier fressen könnte? Häufige Quellen sind offene Biotonnen, Hühnerfutter, Katzenfutter auf der Terrasse und Körner unter dem Vogelhaus. Konkrete Tipps zu typischen Problemzonen findest du unter Ratten am Vogelhaus und Ratten im Kompost.

Eine einfache Regel hilft: Wenn es über Nacht draußen stehen bleibt und essbar ist, dann ist es Rattenfutter.

Unterschlupf beseitigen

Wanderratten graben Baue unter Fundamenten, Terrassen und Schuppen oder nisten in Gerümpel. Hausratten bevorzugen Dachböden und Zwischendecken. Je weniger Deckung, desto unattraktiver der Ort. Räume Keller, Garage und Gartenhaus regelmäßig auf, lagere Kartons nicht direkt auf dem Boden und schneide Bodendecker und Efeu an der Hauswand zurück. Efeu und Rankpflanzen dienen Ratten als Kletterhilfe bis zum Dach.

Zugänge verschließen

Ratten zwängen sich durch erstaunlich kleine Öffnungen. Prüfe Kellerfenster, Lüftungsgitter, Rohrdurchführungen, Kabelschächte, Garagentore und den Übergang zwischen Dach und Mauer. So gehst du vor:

  1. Rundgang machen. Haus außen und innen abgehen, alle Öffnungen ab etwa 2 cm notieren. Schmierspuren am Rand zeigen genutzte Löcher.
  2. Material wählen. Verzinkter Volierendraht mit höchstens 6 mm Masche, Lochblech oder Mörtel. Bauschaum und Silikon allein werden durchgenagt.
  3. Verschließen. Draht großzügig überlappend verschrauben, Löcher im Mauerwerk mit Mörtel und eingearbeitetem Drahtgeflecht schließen.
  4. Türen abdichten. Bürstendichtungen oder Metallschienen an Garagen- und Kellertüren mit Spalt am Boden.
  5. Kanal sichern. Bei Kellern mit Bodenablauf oder Toilette die Rückstausicherung von einem Fachbetrieb prüfen lassen.

Ausführliche Anleitungen findest du unter Ratten aussperren und Rattensperre. Volierendraht bekommst du im Baumarkt oder online, etwa als verzinkter Volierendraht mit 6 mm Masche*.

Plane einmal im Frühjahr und einmal im Herbst einen Kontrollgang ein. Neue Löcher an der Hauswand, angenagte Dichtungen oder frische Gänge unter der Terrasse fallen dir so früh auf, bevor sich eine Gruppe festsetzt. Notiere, was du verschlossen hast, damit du beim nächsten Rundgang weißt, wo du nachsehen musst.

Was wenig bringt

Ultraschallgeräte, Duftstoffe wie Pfefferminzöl oder Essig und andere Hausmittel ersetzen keine der drei Grundmaßnahmen. Ratten gewöhnen sich an Geräusche und Gerüche, solange Futter da ist. Hintergründe dazu findest du unter Ultraschall gegen Ratten. Auch vorbeugend ausgelegtes Rattengift ist für Privatpersonen keine Lösung: Viele Mittel sind Fachanwendern vorbehalten und gefährden Haustiere und Wildtiere.

Häufige Fragen

Wann sollte ich mit dem Vorbeugen anfangen?

Spätestens im September. Im Herbst ziehen Ratten in Gebäude, weil draußen Futter und Wärme fehlen. Wer vorher Zugänge schließt und Futter wegräumt, verhindert die meisten Winterquartiere.

Locken Hühner Ratten an?

Nicht die Hühner, sondern ihr Futter. Füttere in Spendern, die nachts geschlossen sind, sichere den Stall mit Drahtgeflecht im Boden und sammle Eier täglich ein.

Bin ich zur Rattenvorbeugung verpflichtet?

Viele Gemeinden verpflichten Grundstückseigentümer, keinen Rattenbefall zu begünstigen und einen Befall zu bekämpfen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Kommune und Bundesland. Auskunft gibt dein Ordnungsamt.