Ratten im Auto und Motorraum

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Ratten im Motorraum erkennst du an Futtervorräten, Nistmaterial und kleinen spindelförmigen Kotkrümeln, Marder dagegen an zerfetzten Dämmmatten und abgebissenen Schläuchen. Beide richten Kabelschäden an. Gegen Ratten hilft vor allem, das Umfeld des Autos unattraktiv zu machen und die Tiere dort zu bekämpfen, wo sie herkommen.

Kurz gesagt
  • Erst den Verursacher klären: Ratte oder Marder. Die Gegenmaßnahmen unterscheiden sich.
  • Bei Ratten: Futterquellen rund um Stellplatz und Garage entfernen, Nistmaterial aus dem Motorraum holen, Fallen in Stationen an der Garagenwand aufstellen.
  • Angenagte Kabel immer in der Werkstatt prüfen lassen, nicht selbst flicken.
  • Nie Fallen oder Gift in den Motorraum legen.

Ratte oder Marder im Motorraum?

In Deutschland gehen die meisten Bissschäden am Auto auf Steinmarder zurück. Ratten kommen aber vor allem dort vor, wo Autos lange stehen, etwa in Garagen, Scheunen, auf Höfen oder bei Saisonfahrzeugen und Wohnmobilen. Die Spuren unterscheiden sich deutlich:

SpurRatteMarder
Kotetwa 1 bis 2 cm, spindelförmig, oft viele Krümeletwa 8 bis 10 cm, wurstförmig, gedreht, oft mit Haaren oder Kernen
Bissspurenfeine, parallele Nagerillen, Kabel angenagtgrobe Bisse, Schläuche und Kabel durchgebissen
DämmmatteStücke herausgenagt und als Nest verbautgroßflächig zerfetzt
VorräteNüsse, Vogelfutter, Tierfutter, Eicheln verstecktselten, eher Eierschalen oder Beutereste
NestNistmaterial aus Papier, Stoff, Laub im Luftfilterkasten oder an der Batteriekein Nest im Motorraum
Abdrückekleine Pfoten, Schwanzschleifspur im Staubgrößere Abdrücke auf Motorhaube und Windschutzscheibe

Sind es Ratten, lohnt ein Blick auf das Umfeld: Kot oder Löcher in der Garage, angenagte Säcke oder Spuren an der Mülltonne. Wie du einen Befall sicher bestätigst, steht unter Rattenbefall erkennen.

Typische Schäden durch Ratten im Motorraum

Ratten nagen, um ihre Zähne abzunutzen, und schleppen Material für Nester heran. Im Auto trifft das vor allem:

Besonders gefährdet sind Fahrzeuge, die mehrere Wochen stehen: Oldtimer im Winterlager, Wohnmobile, Anhänger mit Elektrik und landwirtschaftliche Maschinen. Ein stillstehender, warmer Motorraum ist für Ratten ein geschützter Nistplatz. Schau bei solchen Fahrzeugen alle ein bis zwei Wochen unter die Haube und prüfe vor der ersten Fahrt nach der Standzeit Luftfilterkasten, Kabelbäume und den Bereich um die Batterie.

Motorraum reinigen: So gehst du vor

  1. Motor abkühlen lassen. Zündung aus, Schlüssel abziehen.
  2. Schutz anziehen. Einweghandschuhe und eine FFP2-Maske, da Staub aus Kot und Urin Erreger enthalten kann.
  3. Nest und Vorräte entfernen. Material mit einer Zange oder in einem Beutel aufnehmen, nicht ausschütteln.
  4. Feucht reinigen. Kot mit Reinigungsmittel einsprühen, einige Minuten warten, dann mit Küchenpapier aufnehmen. Kein Druckluftreiniger, der wirbelt Staub auf.
  5. Kontrollieren lassen. Bei Nagespuren an Kabeln die Werkstatt prüfen lassen. Eine Motorwäsche in der Fachwerkstatt entfernt auch Duftmarken.
  6. Hände waschen. Beutel verschließen, im Restmüll entsorgen, Hände gründlich waschen.

Ratten vom Auto fernhalten

Ratten kommen ans Auto, weil sie in der Nähe Futter und Deckung finden. Die wirksamste Vorbeugung setzt deshalb am Umfeld an:

Duftsprays, Hundehaare oder WC-Steine wirken gegen Ratten wenig zuverlässig. Auch Ultraschallgeräte aus dem Marderschutz sind gegen Ratten umstritten, die Tiere gewöhnen sich meist schnell daran. Mehr dazu unter Ultraschall gegen Ratten und Ratten vertreiben.

Ratten in der Nähe des Autos bekämpfen

Fallen gehören nie in den Motorraum, sondern an die Laufwege der Ratten, zum Beispiel an die Garagenwand neben dem Stellplatz. Eine Schlagfalle in einer verschließbaren Köderstation schützt dabei Katzen und Kinder. Stelle mindestens zwei bis drei Fallen auf, ködere sie vor und kontrolliere sie täglich. Bei größerem Befall auf dem Grundstück hilft der Gesamtplan unter Ratten bekämpfen.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob eine Ratte im Auto war?

Typisch sind kleine spindelförmige Kotkrümel, versteckte Futtervorräte, Nistmaterial im Luftfilterkasten und fein angenagte Kabel. Marder hinterlassen dagegen größeren, gedrehten Kot und grob zerbissene Teile.

Zahlt die Versicherung Rattenschäden am Auto?

Das hängt vom Vertrag ab. Manche Teilkasko-Tarife decken Tierbisse aller Tiere, andere nur Marderbisse oder begrenzen Folgeschäden. Lies die Bedingungen oder frag bei deiner Versicherung nach.

Können Ratten in den Innenraum des Autos gelangen?

Ja, über Lüftungskanäle, Kabeldurchführungen oder offene Fenster. Riecht es muffig oder findest du Kot im Fußraum, lass auch den Innenraumfilter prüfen.