Ratten im Hühnerstall bekämpfen
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Ratten im Hühnerstall bekämpfst du am wirksamsten in drei Schritten: Futter unerreichbar machen, Fallen so aufstellen, dass Hühner nicht herankommen, und den Stall baulich abdichten. Gift ist im Hühnerstall riskant, weil Hühner Köder oder vergiftete Ratten aufnehmen können.
- Futter und Wasser nachts wegräumen oder in rattensicheren Behältern lagern. Ohne Futter verliert der Stall seinen Reiz.
- Schlagfallen nur in Köderstationen oder Tunneln mit 6 bis 7 cm Öffnung stellen, am besten nachts und außerhalb des Auslaufs.
- Löcher ab etwa 2 cm mit Volierendraht oder Blech schließen, Fundament mit Drahtgitter gegen Untergraben sichern.
- Kein Rattengift im Stall: Gefahr für Hühner und für Eier.
Warum Ratten in den Hühnerstall kommen
Ein Hühnerstall bietet Ratten alles: Körnerfutter, Wasser, Wärme, Einstreu als Nistmaterial und Deckung unter dem Stallboden. Ratten fressen verschüttetes Futter, holen Eier aus Nestern und können Küken angreifen. Erwachsene Hühner werden selten getötet, aber nachts gestört und an den Beinen angeknabbert. Dazu kommt das Hygienerisiko: Ratten können Salmonellen und andere Erreger über Kot ins Futter und an die Eier bringen.
Typische Hinweise sind fehlende Eier, Gänge unter dem Stall, angefressene Futtersäcke und Kot von etwa 1 bis 2 cm Länge. Weitere Zeichen findest du unter Rattenbefall erkennen.
Schritt 1: Futter und Wasser sichern
Das ist die wichtigste Maßnahme. Solange Ratten jede Nacht satt werden, gehen sie kaum an Fallen und vermehren sich weiter.
- Futter nur so viel geben, wie die Hühner am Tag fressen, und abends Reste entfernen.
- Futterautomaten mit Trittklappe verwenden, die sich nur unter dem Gewicht eines Huhns öffnen.
- Futtersäcke in Metalltonnen mit Deckel lagern, nie offen im Stall.
- Tränken nachts außer Reichweite oder leeren, soweit das für das Wohl der Hühner vertretbar ist.
- Eier täglich, besser zweimal täglich, einsammeln.
- Komposthaufen mit Küchenresten weit vom Stall entfernt halten.
Schritt 2: Fallen ohne Risiko für Hühner
Hühner picken neugierig an allem, was riecht. Eine offene Schlagfalle im Stall kann Zehen, Kamm oder Schnabel verletzen. Deshalb gilt: Jede Falle steht geschützt.
| Fallentyp | Im Hühnerstall | So setzt du ihn ein |
|---|---|---|
| Schlagfalle in Köderstation | Gut geeignet | Station verschlossen, Öffnungen 6 bis 7 cm, an der Stallwand oder außen am Stall |
| Schlagfalle im Tunnel | Gut geeignet | Tunnel fixieren, damit Hühner ihn nicht umwerfen |
| Goodnature A24 | Geeignet außen | An einen Pfosten außerhalb des Auslaufs, Höhe nach Anleitung |
| Elektrische Falle | Bedingt | Nur trocken, nachts, wenn Hühner auf der Stange sind |
| Lebendfalle | Bedingt | Zweimal täglich kontrollieren, Hühner fernhalten |
| Rattengift | Nicht geeignet | Risiko für Hühner, Eier und Greifvögel |
Bewährt hat sich, Fallen erst abends scharf zu stellen, wenn die Hühner auf der Stange sitzen, und sie morgens vor dem Öffnen der Klappe zu kontrollieren und zu entspannen. So schützt du die Hühner auch dann, wenn eine Station nicht ganz dicht ist. Grundlagen zu Schlagfallen findest du unter Schlagfalle, die akkubetriebene Alternative unter Goodnature A24.
Köderstation für Schlagfallen
Für wen: Hühnerhalter, die Fallen im oder am Stall stellen wollen, ohne Hühner zu gefährden.
- Hühner und Wildvögel kommen nicht an den Bügel
- Abschließbar und wetterfest
- Ratten brauchen einige Tage Gewöhnung
- Station muss fixiert werden
Schritt 3: Den Stall rattensicher machen
Ratten passen durch Öffnungen von etwa 2 cm und graben bis zu 50 cm tief. Ein dauerhaft rattensicherer Stall braucht deshalb Arbeit an Boden und Wänden.
- Löcher suchen. Bei Tageslicht von innen und außen alle Spalten an Boden, Ecken, Türen und Lüftungen prüfen.
- Verschließen. Öffnungen mit verzinktem Volierendraht (Maschenweite höchstens 12 mm, besser 6 bis 10 mm) oder Blech schließen. Hasendraht ist zu dünn.
- Untergraben verhindern. Drahtgitter etwa 30 bis 50 cm tief senkrecht eingraben oder als Schürze 30 bis 50 cm waagrecht nach außen am Boden verlegen.
- Stallboden anheben. Ein Stall auf Füßen mit mindestens 30 cm Bodenfreiheit bietet keine Deckung darunter.
- Umfeld aufräumen. Holzstapel, Bretter und hohes Gras rund um den Stall entfernen.
Weitere Maßnahmen für den ganzen Garten findest du unter Ratten im Garten.
Hygiene im Stall nach einem Befall
Trage beim Ausmisten und beim Leeren der Fallen Einweghandschuhe und eine Maske. Feuchte Einstreu mit Rattenkot vor dem Ausmisten an, statt sie trocken aufzuwirbeln. Wirf angefressenes oder verkotetes Futter weg. Reinige Futter- und Wasserbehälter heiß und desinfiziere sie. Eier mit Kotspuren solltest du entsorgen. Wasche dir danach gründlich die Hände. Tote Ratten gibst du in einen verschlossenen Beutel und entsorgst sie über den Restmüll, sofern deine Gemeinde nichts anderes vorschreibt.
Einen Überblick über alle Bekämpfungswege, von Fallen bis Vorbeugung, findest du unter Ratten bekämpfen.
Häufige Fragen
Greifen Ratten Hühner an?
Erwachsene Hühner werden selten getötet, können aber nachts gebissen oder gestört werden. Küken, junge Tiere und Eier sind deutlich stärker gefährdet. Schon wenige Ratten können die Legeleistung durch Stress senken.
Halten Hühner Ratten fern?
Nein. Hühner fressen gelegentlich Mäuse, gegen Ratten schützen sie nicht. Ihr Futter zieht Ratten im Gegenteil an.
Darf ich Rattengift im Hühnerstall auslegen?
Davon ist dringend abzuraten. Hühner können Köder oder vergiftete Ratten aufnehmen, Rückstände in Eiern sind möglich. Viele Mittel sind für Privatpersonen außerdem nur eingeschränkt erlaubt. Hol dir bei starkem Befall Hilfe von einem Schädlingsbekämpfer.
Wie viele Fallen brauche ich am Hühnerstall?
Für einen kleinen Stall sind drei bis vier geschützte Fallen ein guter Start, verteilt an Wänden und Laufwegen innen und außen. Bei vielen Spuren erhöhst du die Zahl.